Studienkredit

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Studienkredit
KfW StudienkreditDer Studienkredit der KfWErste Auswertungen des Studienkredits der KfWRisiken des Angebots

Studienkredit

Studienkredite sind Kredite, die zur Finanzierung der Lebenshaltungskosten und/oder möglicher Studiengebühren dienen sollen.

In Deutschland hatte (und hat auch weiterhin) das BAföG die Aufgabe, die Lebenshaltungskosten zu tragen – sofern die Eltern des Studenten wenig Verdienst im Sinne des Gesetzes haben und einige weitere Randbedingungen erfüllt sind. Anbieter von Studienkrediten gab es daher nur für die Finanzierung von teuren Privathochschulstudiengängen.

Seit Anfang 2005 – mit dem Urteil des , die bereits im Herbst 2004 das erste Studienkreditangebot Deutschlands gemeinsam mit Frau Prof. , dem weltweit ersten Anbieter von ]umsetzte, ging als erste größere und bundesweit vertretene Bank schließlich die Deutsche Bank im Oktober 2005 an den Start. Inzwischen gibt es etliche weitere Angebote von privaten und öffentlichen Kreditinstituten, darunter auch das der KfW.

KfW-Studienkredit



Die KfW-Bankengruppe hat kurz nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Studiengebührenverbot im Hochschulrahmengesetz (welches gekippt wurde) erstmals ihre Idee für einen Studienkredit vorgestellt. Insbesondere der KfW-Vorstandsvorsitzende Reich will damit der KfW einen neuen Markt erschließen – den der Bildungsfinanzierung, der sich erst mit Studiengebühren so richtig lohnt.

Der Studienkredit der KfW



Der Studienkredit dient zur Finanzierung der Lebenshaltung und hat – so verlautet die KfW – als Ziel, zum einen insgesamt die Zahl der Hochschulabsolventen zu erhöhen und zum anderen insbesondere den Abiturienten aus nicht vermögenden Familien ein Studium zu ermöglichen. Letzteres ist aber eigentlich Aufgabe des BAföG, das zu 50 Prozent ein Zuschuss ist, der Rest ist ein zinsloses Darlehen – dagegen ist der Studienkredit sehr teuer (100 Prozent Darlehen, verzinst).

Der KfW-Studienkredit verzichtet auf eine Bonitätsprüfung und auf Sicherheiten, wird allerdings bei Privatinsolvenz nicht gewährt. Es steht allen deutschen Studierenden (darüber hinaus noch EU-Ausländern und „Bildungsinländern“) an allen staatlich anerkannten Hochschulen zur Verfügung, sofern die Antragsteller das 31. Lebensjahr noch nicht vollendet und noch kein Studium abgeschlossen haben.

Der Kredit selbst wird vollständig durch die KfW ausgerichtet. Mit der Beratung und die Antragsannahme hat die KfW lokale Vertriebspartner beauftragt. Seit dem 3. April 2006 können Anträge bei diesen Vertriebspartnern eingereicht werden (siehe Weblinks).

Der Zinssatz liegt seit 1. April 2007 bei 6,29% nominell. Im Vergleich zum Start des Angebots sind die Zinsen somit bereits um über 1% gestiegen.

Erste Auswertungen des Studienkredits der KfW



Die Bundesregierung hat zwei Kleine Anfragen der Linksfraktion und der Bündnis 90/Die Grünen|Grünen beantwortet (Bundestags-Drucksachen 16/3978 und 16/3979). Hieraus gehen unter anderem folgende Ergebnisse hervor:

* Es wird nicht vollständig auf eine Bonitätsprüfung verzichtet, da "harte Negativmerkmale" wie eine Privatinsolvenz zur Verweigerung des Kredits führen.

* Der Kredit wird überwiegend (zu 60 %) von Personen in Anspruch genommen, die sich in den ersten vier Semestern befinden.

* Wird die Kredithöchstsumme von 650 Euro über 14 Semester in Anspruch genommen so muss der Schuldner 25 Jahre lang monatlich über 351 Euro zurückbezahlen.

* Die durchschnittliche Kreditsumme beträgt derzeit 490 Euro / Monat. Dies führt bei einer Inanspruchnahme von 14 Semestern 25 Jahre lang zu einer Rückzahlung von 265 Euro.

Risiken des Angebots



Kreditaufnahme birgt immer das Risiko der Schuldenfalle, also der sogenannten [ Überschuldung]]. Da ein Studium nicht notwendigerweise zu einem Arbeitsplatz führt, können die Darlehen unter Umständen nicht zurückgezahlt werden. Schuldnerberatungsstellen geben Auskunft darüber, wie man in solchen Fällen einer zunehmenden Verschlimmerung der Situation, z.B. der Privatinsolvenz entgeht, bzw. eine Kreditaufnahme von vornherein vermeidet. Da bei vielen Angeboten, anders als beim BaföG, die Rückzahlung bereits zwei Jahre nach dem Studienende fällig wird, sollte die Aufnahme eines Studienkredits nicht ohne vorherige Beratung erfolgen.

Zudem besteht zwischen dem konventionellen BAföG und beispielsweise dem KfW-Kredit ein teils gravierender Unterschied hinsichtlich der möglichen Höhe der Verschuldung: Während sich die durch BaföG entstandenen Schulden unabhängig von Förderhöhe und -dauer auf maximal 10 000 Euro belaufen, kann dieser Wert im Einzelfall beim (bspw. KfW-)Studienkredit um bis zu zehn mal höher ausfallen – bei ähnlicher Förderungshöhe. Bei Berücksichtigung durchschnittlicher Studiendauern und gemäßigter Förderungshöhen ist jedoch davon auszugehen, dass in der Regel der Faktor 3-5 nicht allzu oft überschritten werden wird.

Studiendarlehen für Studiengebühren in Hessen



Ausschließlich der Finanzierung des Studienbeitrages von in der Regel 500 Euro pro Semester dient das von der LTH – Bank für Infrastruktur vergebene Darlehen; die LTH - Bank für Infrastrukturstellt eine organisatorisch und wirtschaftlich selbständige, rechtlich unselbständige Anstalt in der Landesbank Hessen-Thüringen dar.



Die LTH - Bank für Infrastruktur ist nach dem Hessischen Studienbeitragsgesetz beauftragt, den Studierenden in Hessen ein Darlehen zur Finanzierung der neu eingeführten Studienbeiträge zu gewähren. Die Studienbeiträge werden seit dem Wintersemester 2007 von gegenwärtig 13 Hessischen Hochschulen erhoben.



Das Darlehen kann in der Regel formlos bei dem Studiensekretariat der zuständigen Hochschule beantragt werden. Die Hochschule leitet die Daten an die LTH - Bank für Infrastruktur weiter, die sodann die gesamte Darlehensabwicklung (vom Vertragsangebot bis zur letzten Rückzahlungsrate) betreut. Eine Antragstellung direkt bei der LTH - Bank für Infrastruktur ist nicht möglich.



Auf der Internetseite der finden sich ausführliche Hinweise zu dem Studiendarlehen einschließlich Zugang zum Online-Konto.



Last Updated: 29.06.2008

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